LAND OF MAYBE

Schafe, Vögel, wenige Menschen und das satteste Grün zwischen Norwegen, Schottland und Island. Einmal Färöer und zurück.

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LAND OF MAYBE

TEXT: Benjamin Hellwig

„Kanska“ heißt es hier immer wieder und an fast jeder Ecke. Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Die Färinger haben es aufgegeben, sich auf etwas festnageln zu lassen. Zu oft hat ihnen wohl das raue Klima ein Vorhaben durcheinander gewirbelt. Nicht weniger als 280 Regentage im Jahr sind zu überstehen. Dazu nimmst du eine ordentliche Portion bedeckten Himmel, einige Tagesstunden Nebel und hin und wieder mal Starkwind. Als die Fähre mich und meinen Reisepartner Jan auf dem Seeweg nach Island in der beschaulichen Haupt- und Hafenstadt Tórshavn rauswürfelt, regnet es. Wir warten nur einen Augenblick, der Entdeckungsdrang ist größer als die Abneigung gegen nasse Unterwäsche. Nur zwei Tage bleiben für ein Stimmungsbild der Färöer, ehe die Fähre uns wieder aufsammeln wird.

Der Inselarchipel liegt inmitten der Einsamkeit des Nordatlantiks. Gute 400 Kilometer sind es bis Island, bis zur norwegischen Küste ist es noch ein Stück weiter. Nur die Shetlandinseln nordöstlich von Schottland liegen gleich um die Ecke: schlappe 300 Kilometer. Die Isolation sei vielen hier Anlass genug, die Dinge gemütlich angehen zu lassen, lesen wir im Reiseführer. Alle 18 Inseln der Färöer in zwei Tagen zu erkunden, klingt dagegen alles andere als entspannt. Wir stecken das Buch in den Rucksack und versuchen von Beginn an, die färöische Atmosphäre aufzusaugen.« (…)