DER WEISSE RAUSCH

Nicht nur in manch Elektro-Club oder auf „Wolf of Wallstreet“-Partys sorgt weißes Pulver regelmäßig für Ekstase. Auch bei Freeridern tanzen die Glückshormone, wenn sich die winterlichen Berge mit frischem Stoff eindecken. Powder, staubtrockener Neuschnee, ist der feuchte Traum jedes Freeriders. Doch hier wie dort gilt: Wo der Rausch die Sinne vernebelt, ist die Gefahr nicht weit. Wenn Pulverschnee die Droge und Freeriden die Sucht ist, ist Dr. Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndiensts Tirol, der Therapeut.

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DER WEISSE RAUSCH

TEXT: Max-Marian Boyzanovic

Rudi Mair hat keinen einfachen Job. Auf sei-ne Einschätzung verlassen sich im Winter tagtäglich Tausende Freerider, Skitourengeher oder Schneeschuhwanderer. Er ist der Therapeut, der den Tiefschnee-Addicts einen gesunden Umgang mit ihrer Sucht ermöglicht. Und der durch die tägliche Arbeit mit seinem Team des Lawinenwarndiensts Tirol schon viel Unheil verhindert hat.

Egal ob auf Skiern oder dem Snowboard, auf kurzen Backcountry Runs, beim Variantenfahren oder auf Skitouren – off-Piste bedeutet, dass der gesicherte Bereich des Skigebiets verlassen wird und ein gewisses Know-how unumgänglich ist, damit das weiße Glück nicht in Unglück umschlägt. Genauer: in Lawinen, Schneemassen, die mit bis zu 360 Kilometer pro Stunde ins Tal donnern und alles mitreißen, was sich ihnen in den Weg stellt. Eine unsichtbare Gefahr, die von Wintersportlern immer wieder unterschätzt wird. „Besonders Hänge ab 30 Grad Neigung, fürs Freeriden ideal, sind lawinenträchtig – 97 Prozent aller Lawinenunglücke ereignen sich in diesem Gefällebereich“, sagt Experte Rudi Mair. Grundsätzlich gilt jedoch:« (…)